Wie Werte entstehen und wachsen

Wie Werte wachsen, das neue „www“, eignet sich als Thema für die Entwicklung einer neuen Wirtschaftskultur. In der herkömmlichen Ergebnisrechnung werden Waren- und Dienstleistungen über Einnahmen und Ausgaben verbucht. Die Begleichung einer Eingangsrechnung wird über eine Ausgabe im Rahmen der doppelten Buchführung auf einem Ausgabenkonto buchhalterisch erfasst. Ebenso verhält es sich mit einer Einnahme, die aus der Erstellung einer Ausgangsrechnung oder einer Honorarnote resultiert. Was ist jedoch mit Leistungen, die intern erbracht werden, allerdings resonanzlos bleiben?

In der Industrie werden zum Beispiel Arbeitsleistungen für Neu- oder Weiterentwicklungen in der Forschungsabteilung eines Unternehmens als unfertige Erzeugnisse gebucht. Dies bedeutet, dass in der Bilanz eine Forderung gebildet wird für eine Einnahme, die erst in der Zukunft als realer Geldfluss verbucht werden kann. Allerdings wird dieser prospektiv schon während des Entwicklungszeitraumes als Wert geschätzt und verbucht. Entweder auf Basis der Arbeitszeit und einem €-Satz oder einem fiktiv festgelegten Preis, der als Verkaufserlös kalkuliert wird.

Dieses Prinzip werden wir in der Folge unter anderem verwenden, um Wertschätzungen und -schöpfungen neu abzubilden. In der herkömmlichen Gewinn- und Verlustrechnung machen wir es uns verhältnismäßig einfach. Nehmen wir in der herkömmlichen Buchhaltung die Betriebsausgabe „Lohn- und Gehälter“. Herkömmlich gedacht wird ein Wert wird erst zu einem Wert, wenn er sich bezahlt macht. Er kann auch durch weitere Aufwendungen gemindert werden. Aufwendungen von Mitarbeitern, die Prozesse oder Qualitäten verbessern, fehlen in der konventionellen Buchhaltung. Oder sie sind verschleiert in anderen Buchungsposten enthalten. Qualitätsverbessernde Maßnahmen, die bislang in Qualitätsmanagementsystemen erfasst wurden, erhalten neue Wertigkeit in der Bilanz.

Diese gilt es im weiteren Verlaufe im Auge zu behalten. Ob dies Engagement zu Veränderungen führte und ob sich diese Maßnahmen bezahlt machen, gilt es zu untersuchen. Einige Investitionen oder Ausgaben in qualitative Werte zahlen sich erst nach Jahren aus. Es entstehen für das Unternehmen Mehrwerte und neue finanzielle Wertschöpfungen. Für die kulturerhaltenden und -schaffenden Betriebe wie im Alten- oder Schulwesen kommen somit die tatsächlichen Werte und Qualitäten an den Tag und spiegeln sich in dieser neuen Bilanzform, der Wertebilanz. Der Mehrwert entsteht dadurch, dass höhere Aktiva ausgewiesen werden können und die wertbildenden Aufwendungen anders dargestellt werden. Das Vermögen der Organisation steigt damit sichtbar. Diese Fragen machen deutlich, dass die althergebrachte Bilanzierung die unternehmerischen Prozesse nur unzureichend abbildet oder spiegelt.

  • Was haben wir in die Zukunft investiert und wie wirkt es sich wann aus?
  • Was sind eigentlich unsere Vermögenswerte?
  • Wie werden soziale Verhältnisse bewertet?
  • Wie berücksichtigt die Buchhaltung die Wissenszuwachs und Erfahrung der Mitarbeiter?
  • Wie wird deren Wirksamkeit gemessen?
  • Wie bringen wir die Nachhaltigkeit als Methode in die GuV und Bilanz?

Welche Faktoren bedingen unsere Erfolgswirksamkeit? Was haben wir erarbeitet? Welche Wirkungen haben sich ergeben?  Waren über Jahrhunderte ausschließlich Kapital und Ertrag im Sinne von profitablen Gesichtspunkten der Gewinnmaximierung entscheidend, werden nun auch diejenigen Faktoren in der Buchhaltung erfasst und bewertet, die Qualität, soziale, ökologische sowie nachhaltige Realitäten schaffen. Für die kulturerhaltenden und -schaffenden Betriebe wie in der Landwirtschaft oder im Geistesleben kommen somit die echten Werte und Qualitäten an den Tag und spiegeln sich in der Bilanz. Letztendlich benötigen wir eine wirklichkeitsgetreue Abbildung unserer Aufwendungen und unserer Energie, die wir während eines Jahres in die Unternehmensorganisation investiert haben.