Unternehmenskultur und Kooperation

Unternehmenskultur ist kein starres Konstrukt. Sie ist lebendig und wird von Mitarbeitern und Führungskräften geschaffen, gestaltet und vor allem gelebt. Kultur benötigt darum immer neue Ideen, Werte, Überzeugungen und Regeln, wie zusammengearbeitet wird. Diese sind wandelbar, durch betriebsinterne wie externe Einflüsse bedingt. Jedes Unternehmen schafft sich seine eigene Kultur. Darum existieren so viele Kulturen, wie es Unternehmen gibt. Eine Unternehmenskultur benötigt eine Organisationsform mit Leitlinien oder einem Codex.

Demnach bedingen auch soziale Faktoren die Gestaltung der Organisation. Als Mitarbeiter Teil der Organisation des Unternehmens sein zu können, bedeutet, an einem kontinuierlichen Entwicklungs- und Lernprozess teilzunehmen. An Werten und Überzeugungen orientieren sich die Mitarbeiter und diese führen sie zu stimmigen Handlungen. Das stützt und stärkt die Organisation. Unternehmenskultur bildend sind auch durch Führungskräfte publizierte Werte und Mit-Entscheidungsrechte bei weitreichenden und strategisch bedeutsamen Entscheidungen. Informelle soziale Prozesse finden statt und sind in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen. Führungskräfte haben, ob sie wollen oder nicht, eine Vorbildfunktion. Sie prägen die Kultur eines Unternehmens.

Zu glauben, eine Unternehmenskultur könne gemanagt werden, beruht auf einem Irrtum. Gelebtes Verhalten, positiv wie negativ, bildet die Kultur. Am Wohl und Wehe des Unternehmenserfolges beteiligt zu werden, ist genauso wichtig wie das kollektive Selbstverständnis, Traditionen und kollegiale Zusammenarbeit.

Das gegenwärtige System wird durch drei andere Zauberworte beherrscht: Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, die durch Teilen, Zusammenarbeit und Erholung ersetzt werden sollten. José Luis Sampedro